Mittwoch, 18. September 2013

Mein Geburtstag in 3 Akten

Ahoi Liebe Flauschis!

Wuhu! Letzte Woche war es soweit. Ich wurde 23! Wieder ein Jahr näher an der Rente. Ich kann sie schon riechen.

Ich liebe es ja meine Geburtstage zu feiern.
Außer meinem 18. war jede Feier ein Erfolg. Wir können heute noch in Erinnerungen schwelgen während wir die Konfettireste von vor 4 Jahren finden. Kauft niemals Konfetti.


Jedes jahr ist es schön und jedes Jahr gibt es vorher Stress.
Entweder weil ich mich erst 1 Tag vorher dazu entschließe, dass es schön wäre, wenn man meinen Boden im Zimmer sehen würde oder weil meine Mutter im Ausland eine Putzstelle sucht, weil sie den Spaß finanziert (Als Geburtstagsgeschenk versteht sich). Bisher konnte ich Mutter Flauschig noch vom Komplettwahnsinn abhalten.

Geschenkwunsch war von vornherein: Alkohol. Jedes Jahr kaufe ich wie eine Schwarzmarkthändlerin die in der Betty Ford Klinik Stoff verteilt ein und jedes Jahr heißt es dann „Och nööö, das trink ich nicht. Ich trinke ausschließlich dieses eine Bier, dass nur Donnerstags bei Vollmond von einer Jungfrau gebraut werden darf!“ Habschkeinbockzu.

Meine Schwester tobte sich trotzdem beim Russen unseres Vertrauens aus und kaufte Bier mit Ziegen drauf. Zitat „Die Ziege sah so vertrauenerweckend aus..“

Das Thema Essen war hingegen schnell für mich entschieden. Was meine Oma nicht sonderlich juckte.

„Was machst du?“
„Lasagne“
„Hmm.. und das reicht? Ihr seid doch 11 Leute.“
„Ich habe 2 Lasagnen gemacht. Ich könnte sogar noch Nachbarn einladen..“
„Also ICH würde vorsichtshalber ja noch Wienerle oder so kaufen. Für den Notfall!“
„Oma, ich hab 2 Lasagnen, 15 Flaschen Tschechisches Bier, 6 Liter Wodkamische und eine Kalaschnikow mit armenischen Brandy. Wenn ich denen Wienerle hinstelle, kotzen die mir über den Tisch bevor ich die Panna Cotta angeschnitten habe..“

Lasagne ist ein ideales Partysessen. Leicht zu machen, gut vorzubereiten, lecker, fettig und ich esse es gern. Vor allem letzteres würde mir persönlich als Argument reichen.

Nachdem ich mir in den letzten 10 Minuten schnell Makeup ins Gesicht klatschte und nach und nach alle Gäste eintrudelten, wurden die Einwegkameras eingeweiht die ich extra kaufte. 10 Kameras mit je 24 Bildern. Am Schluss werde ich ca. 100 Fotos von den Jungs haben, wie sie sich gegenseitig mit dem Blitz das Augenlicht auslöschen wollen. Das ganze Gebllitze wäre ein Freudenfest für jeden Epileptiker gewesen.

Als alle Partygäste versorgt waren, wurden erst mal wichtige Themen besprochen. Die aktuellen Brotpreise, die Eurorettung und die Weltpoltische Lage im Allgemeinen.
..War nur Spaß. Thilo (der die Spielanleitung zum Krimispiel gerne in der 140 Zeichen-Reader-s Digest -Version zusammengefasst wünschte) musste einigen ahnungslosen Heiden erst mal erklären was Twitter ist und welcher Sinn (haha) dahintersteckt. Große Faszination machte sich breit, einige weinten vor Begeisterung und wir konnten endlich anfangen.

Bei meinem Krimispiel habe ich dann die Rolle eines bulimischen (ja, ihr dürft nun lachen) Supermodels verkörpert, die mit einem Schnulzen-Schauspieler verlobt ist, den sie eher so semi-gut findet. Ideale Vorraussetzungen für das erste Bier also.

Das Spiel verlief wunderbar. Hitzige Diskussionen, Markus, der immer erwähnte wie reich er ist und wie viele Zimmer seine Hütte hat, Elias der als Profiboxer 8 Stunden am Tag knallhart trainierte indem er Boxen in der Tv-Lounge schaute und Naomi, die als französische Austauschschülerinflittchen tapfer ihren französischen Akzent beibehielt.

Falls ihr mal ein Krimispiel plant, solltet ihr Naomi einladen. Egal ob Besitzerin eines Chanson-Clubs oder Pfarrer(in,) die mit einem 50cm hohen Holzkreuz den ganzen Abend Illuminati-mäßig allen ins Gesicht wedelt- sie fühlt sich Lee Strasberg-mäßig in die Rolle rein.

Nachdem ich brav alle Geschenke geöffnet habe, der Sekt wie immer nicht getrunken wurde und wir wie jedes Mal den Mörder nicht ermittelt hatten, zogen wir in mein Zimmer um.

Die Schallplatte von Louis Armstrong, ein tolles Geburtstagsgeschenk, dudelt von meinem Plattenspieler, ich trug einen Chilenischen Bauernhut und trank den drölfzigsten Wodka-Kirsch-Slushy.
Ein weiteres Geschenk war ein Pärchenspiel von Herrn X. „Zündstoff Liebe“ nennt es sich und nach den ersten 3 Fragen beschloss ich mehr zu trinken. Mir so etwas zu schenken ist in etwa so, als würde man jemanden im Rollstuhl ein Laufband schenken. Aber ich freu mich natürlich trotzdem.

Nachdem emotional doch eher aufwühlende Fragen wie „Deine Schwiegermutter ist ausgesprochen nett, wie kommst du damit klar?“ und „Aus deinem Freundeskreis macht sich jemand an deinen Partner ran, wie reagierst du?“ einstimmig mit „Axtmord“ beantwortet wurden (das ist übrigens eine gute Lösung für so ziemlich jedes Problem im Alltag. Sollte man mal in einer ruhigen Minute auf sich wirken lassen), wurden noch andere Fragen beantwortet die die Welt bewegten. So lernte ich den Begriff „Morbus Kobold“ von Naomi, die in der Notaufnahme arbeitet, kennen und kann mich auch jetzt nur schwer beherrschen nicht hysterisch loszulachen.

Nachdem wir uns darauf einigten, dass wir uns im Fall einer Beziehungskrise und darauffolgender „Trennung“, also Mord im Affekt, jederzeit ein Alibi geben würden, brach ein Großteil der Gäste Richtung Heimat auf.

Nina, Nina (Schwester), Herr X und ich sind aber hartgesottene Partypeople und blieben wach. Okay, ein Grund war, dass Herr X bereits ¾ der Southern Comfort Flasche intus hatte und es einfach zu unterhaltsam war zuzusehen. Etwa mit der gleichen kranken Begeisterung wie bei einem Autounfall.

Meine Schwester fragte ihn, dem Delirium nahe, was er so bei der Bundeswehr genau macht. Er antwortete ausführlich, wenn auch langsam und mit etwas (ca. 2 Zigaretten) längeren Pausen zwischen den Wörtern.
Es war interessant zu erfahren, dass man beim Bund ja nicht nur durch Schlamm marschiert. Dumm war nur, dass Herr X gar nicht bei der Bundeswehr arbeitet. Es auch nie tat. Interessant wars trotzdem.

Meine Schwester machte sich in der nächsten Stunde einen Spaß daraus, dass etwas verlangsamte Zwinkern von ihm nachzuahmen. Faszinierende Darbietung die sie unbedingt auf die Bühne bringen sollte. Einäugiges, verlangsamtes zwinkern ist das nächste große Ding.

Nachdem ich, beim wankenden Versuch sich auf mein Bett fallen zu lassen, von Herrn X erst mal ein Glas SC in den Nacken geschüttet bekam, wurde mir langsam klar, dass wir ihn vielleicht nicht mehr alleine aus dem Haus gehen lassen sollten.

So opferte ich mein Bett. Und ich bin ein Bettnazi. Ich lasse normalerweise, selbst unter Todesandrohungen, nicht mal Freundinnen in meinem Bett schlafen. Selbstlos wie ich aber nunmal bin, schlief ich auf dem Boden bei meiner Schwester. Nina und Nina im Bett. So soll das ja auch sein an meinem Geburtstag. Herr X fand sich plötzlich allein im Zimmer wieder und fragte meine Schwester vorwurfsvoll wo denn alle wären. 

„Wir schauen noch einen Film“
„Welchen?“
„Pass auf, wir machen das so, wenn du in 20 Minuten noch weißt, was ich gerade gesagt habe, kannst du ja rüber kommen.“
Er kam natürlich nicht.
Sensibel hat meine Schwester einfach  total drauf.

Pünktlich nach 3 Stunden „Schlaf“ und dem dringenden Bedürfnis mal wieder beim Orthopäden vorbeizuwanken stand ich auf, schaute, ob Herr X noch atmet bzw noch da ist, trank einen Melissengeist und genoss mein Nuttenfrühstück.

Ein schönes Ende für einen schönen Geburtstag.

Liebe Grüße
Eure Lisa

Kommentare:

  1. alles Gute nachträglich, Lisa! klingt nach ner gelungenen Fete :) was ist das für ein Krimispiel? klingt lustig :D LG, Sophie

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  2. Ah, wie herrlich! Der Schreibstil! :) Ich wünschte ich wäre dabei gewesen, es klingt nach super viel Spaß! Verrätst du uns mehr über das Krimispiel? Alles Gute noch von mir. :D
    Alles Liebe!
    Silva

    PS: Bei meinen Feiern wird der Sekt auch so gut wie gar nicht getrunken.

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  3. Das ist so köstlich geschrieben, Ich heule gleich vor lachen :D Genial und schön das du deinen Spaß hättest. Liebe Grüße, Sara

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  4. Lustig, dass man immer noch glaubt, Sekt würde zu solchen feierlichen Anlässen dazu gehören, aber nie trinkt ihn einer. Scheint mehr eine moderne Opfergabe heut zu tage zu sein^^
    Aber was zum Henker ist ein Nuttenfrühstück?

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    1. Kippen und Kaffee ;-)

      Alles Gute auch von mir nachträglich... Und auch ich bin schwer am Krimispiel interessiert... Lässt mich irgendwie an eine Abwandlung von Cluedo denken...

      Viele Grüße
      Minze

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  5. Ich lese so unheimlich gerne bei dir :) Da enthuscht mir manchmal glatt ein Schmunzler.
    Alles Liebe auch von mir!

    xoxo, Saperlotte

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  6. Klingt doch nach einem äußerst amüsanten Geburtstag ^^

    Toll geschrieben- und nochmal vielen Dank für den Ohrwurm :D

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  7. Erstmal herzlichen Glückwunsch nachträglich und dann: Hahahaha! Ich kann nicht mehr! Großartige Schreibe und hört sich nach einer wahnsinnig guten Feier an. "Axtmord" nutze ich auch immer als Antwort auf fast alles Fragen, inklusive "Was hast du gestern gemacht?" und "Was ist dein Lieblingshobby". Es ist so schön vielseitig! :D

    Liebe Grüße,
    Annika von themuffintop-less.blogspot.de

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  8. Ich finde, das klingt mehr nach einem sinnlosen Saufgelage, als nach einer tollen Geburtstagsparty. Für meinen Geschmack unter deinem Niveau!

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test

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